Die Geschichte des Jonglierens
2000 v. Chr. Abbildung von jonglierenden Frauen in den
Beni-Hassan Höhlen im Ägypten.
1766 - 1112 v. Chr. Shang Dynasty: Diabolo und Devil Stick
ca 770 v. Chr. Lan Zi ist der Name eines chinesischen
Meister-Jongleurs. Er zeigte seine Kunst lange vor Christi
Geburt (770-476 v.Chr.Geb) und die Chinesen sprechen noch
heute davon. Ein philosofischer Text aus der Ming-Dynastie
machte sein Bild mit diesem Holzschnitt unsterblich. Es
wurde berichtet, dass er mit sehr hohen Stelzen hin- und
herlaufen konnte und dass er 7 Schwerter jonglieren konnte.
500-400 v. Chr. Viele Tonkrugbemalungen in Griechenland:
Meist sind es Frauen, die sich im Jonglieren üben.
Es ist eine Art Erhohlung/Entspannung.
16 Gedichte von Martial beinhalten Jonglierreferenzen
Mädchen aus Syrakus soll mit 12 Ringen jongliert haben
53-117 n. Chr. Tagatus Ursus: Grabinschrift erster Jongleur
mit 'Glass Balls'
400 - 1000 Nach dem Verfall des Römischen Reiches
verfiel die Jonglierkunst in Ungnade. Sie wurde mit magischen
Tricks, Hexerei verbunden.
Im Mittelalter wurden Lanzen und Schwerter beliebte Jonglierobjekte.
15. Jhdt Am Ende des Mittelalters wurde das Jonglieren
wieder salonfähig
1475-1583 Pierre Gringoire: König der Jongleure
1528 Hindustan: Eine Jongliergruppe ist beschrieben, die
mit Holzringen jongliert.
ca. 1530 Jongleure bei den Eingeborenen von Mexiko (Antipodist):
Im germanischen Nationalmuseum in Nürnberg befinden
sich Zeichnungen, die einen Antipodisten aus dem prähispanischen
Mexiko zeigen. (Antipodistische Spiele mit großen
Holzbalken waren im alten Mexiko beliebt, Cortez hatte
einige dieser Artisten nach Europa gebracht, deren Kunst
dann Christoph Weidlitz graphisch festgehalten hatte.)
Jonglieren als Bestandteil religiöser Zeremonien
(Schamanen)
1650 L'incomparable Dupuis: Seiltanz mit 3 Äpfel-Jonglage
1680 "In Deutschland, beim 'Nürnberger Rath',
war gegen Ende des 17. Jahrhunderts ein 'Ballenmeister'
angestellt, der als Artist und Lehrer zugleich fungierte
und 1680 sogar eine Schrift über den 'Unterricht im
Ballenspiel' verfaßte
1700 Man kann davon ausgehen, dass das Diabolo um 1700
nach Europa kam, weil zu dieser Zeit der Handel mit Asien "boomte" und
es schon vorher von Missionaren erwähnt wurde (Dirk
Schmeding).
1774 Auf der Südsee-Insel Tonga hat das Jonglieren
eine sehr lange Tradition, auch sagenhafte Götter
haben dort jongliert.
Georg Forster (1774), ein Wissenschaftler auf Captain Cooks
2. Pazifik-Reise schrieb von einem Mädchen, das mit
5 Keulenförmigen Früchten mindestens 15 Minuten
einen Schauer jonglierte ohne einen Drop. Die Jongliertradition
der jungen Mädchen hat sich dort bis heute erhalten.
1800 Zirkus und Variete
1820 Inder wurden führend in der Jonglierkunst (Mooty
und Medua Samme mit den chinesischen Devil-Sticks).
Der Deutsche Carl Rappo gab sich als Inder aus und jonglierte
den orientalischen Stil sowie mit Eisenkugeln.
1850 Der Schutzpatron der Jongleure ist Don Bosco. Don
Bosco half den Straßenkindern. Er zog die Aufmerksamkeit
der Straßenkinder auf sich, indem er Bälle und
Teller jonglierte. Er soll auch Akrobatik und Seilaufen
gemacht haben.
1885 Paul Cinquevalli beginnt die Epoche der Salon- (Salon-Juggling)
und Kraftjongleure (Strong-Mans-Juggling)
1896 Strong-Mans-Juggling wird langsam durch Gentleman-Juggling
abgelöst. Vorreiter ist Kara.
1900 Zu Beginn des 20. Jahrhunderts arbeiteten die meisten
Jongleure in Varietes oder im Zirkus. Sie konnten sich
nun spezialisieren und mussten keine Ein-Mann-Shows mehr
aufführen.
1900 Erste bewegte Bilder
Die Einführung des Kinos und des Fernsehens ließ das
Variete und den Zirkus weniger werden. Jongleure fanden
aber immer wieder Plätze zum Jonglieren (Straßenecken).
Anfang des 20. Jhdt. wurden die teilweise sehr aufwendigen
Requisiten der Jongleure (Salonj.) durch besser geeignete
ersetzt: Bälle, Teller, Stäbe (Rastelli)
1936 Paula Deluca verunglückt, als sie eine Stahlkugel
abgeschossen aus einer Kanone im Nacken fangen will.
Juni 1947 IJA wird gegründet (International Juggling
Association)
1950 Jonglieren wird eine populäre Form der Entspannung
und Erhohlung.
September 1992 Der ganz kleine Zirkus wird gegründet
Vielen Dank an Ingbert Bitelli
Die Geschichte des Zirkus
Arena und Manege
Sie ist wie eine Reise zu den Wurzeln der modernen Unterhaltungsindustrie:
die Geschichte des Zirkus. Denn - auch im Zirkuszelt soll
mit Unterhaltung Geld verdient werden.
Die Vorgeschichte spielt aber keineswegs im Zelt, sondern
in den Arenen der großen Städte des römischen
Imperiums. Hier liegt der Ursprung des Zirkus. Im Lateinischen
bedeutet circus soviel wie Kreis und das beschreibt auch
die Form der Arenen.
Brot und Spiele
Allerdings sah das Programm damals anders aus als heute.
Das antike panem et circensis - "Brot und Spiele" -
steht nämlich für Darbietungen der blutrünstigen
Art. Das Volk konnte Tier- und Gladiatorenkämpfe,
Pferde- und Wagenrennen verfolgen, sogar ganze Schlachten
wurden zur Erbauung der Massen inszeniert. Vergnügungstempel,
wie der römische Circus Maximus, fassten Hunderttausende
Menschen und waren Meilensteine der antiken Architektur.
Fahrendes Volk
Mit dem Ende des Imperiums ging auch die römische
Vergnügungskultur im abendländischen Europa unter.
Nur im oströmischen Konstantinopel begeisterte sich
das Publikum noch an den großen Pferderennen im berühmten
Hippodrom.
Erzählungen und Gaukeleien der durch die Lande ziehenden
Bänkelsänger, Narren und Schausteller waren die
Volksbelustigungen des Mittelalters - neben den häufig
statt- findenden öffentlichen Hinrichtungen.
Die als "fahrendes Volk" bezeichneten Menschen
standen am Rand der Gesellschaft und waren angewiesen auf
Wohlwollen und Großzügigkeit des Publikums.
Ihre Zuschauer fanden sie auf den Jahrmärkten und
bei großen Festen. Der Rückgang der Jahrmärkte
schränkte ihre Existenzmöglichkeiten dann im
17. und 18. Jahrhundert erheblich ein.
Reitschule mit Dach
Die Geburtsstunde des modernen Zirkus schlägt 1772,
als der britische Ex-Soldat Philipp Astley in London eine
Reitschule eröffnet, die später ein Dach erhält.
Das so entstandene amphitheatre, das erste Zirkusgebäude
der Neuzeit, beherbergt ein Vergnügungsunternehmen,
in dem noch die Pferdedarbietungen dominieren.
Zwingend ist daher auch die runde Form der Manege, denn
nur sie erlaubt die damals sehr beliebten Kunststücke
der Pferdeakrobaten. Nach der Französischen Revolution
von 1789 verlagert sich die Entwicklung nach Frankreich
und Kontinentaleuropa. Die hier neu hinzu gewonnene Kundschaft
aus Mittel- und Unterschicht möchte vielfältigere
Unterhaltung geboten bekommen - der Charakter der angebotenen
Vergnügungen ändert sich: weniger Pferdenummern,
statt dessen exotische Tiere, gefährlichere Dressuren
und extravagantere Kunststücke.
Pausenclown und Völkerschau
Neue Genres, wie Raubtierdressuren und Clownerie, gelangen
ins Programm, letztere zunächst noch als Pausenfüller
- daher der berühmte "Pausenclown" - später
als eigenständige Nummer. Und nebenbei finden heute
seltsam anmutende Attraktionen ihre Anhänger: "Völkerschauen" und
ein Besuch im "Panoptikum" waren um die Mitte
des 19. Jahrhunderts Publikumsmagneten.
Einst nur Pausenfüller - die
Zirkusclowns.
Wir alle wissen: Zirkusunternehmen haben es schwer. Dennoch
gab der Wiener Grafiker Bernhard Paul seinen Beruf auf
und gründete einen Zirkus. So geschehen 1975 und -
man sollte es kaum glauben - es gibt ihn immer noch. Der
Anfang war erwartungsgemäß schwer, aber seine
Schöpfung, der berühmte Circus Roncalli, machte
sich einen Namen. Er gastiert mitten in den Städten
und bietet eine mit großem Aufwand präsentierte
Mischung aus Zirkus, Jahrmarkt und Theater.
Nostalgie als Patentrezept: Ein Zelt wie aus der Kaiser-
zeit und prächtig ausstaffierte Mitarbeiter locken
die Massen in die Manege. Der Erfolg gibt dem Gründer
recht - und jedermann denkt, Roncalli ist so alt wie Barum,
Krone oder Probst.
Nach und nach kristallisiert sich nun auch das fundamental
Neue heraus, das den Zirkus der Neuzeit kennzeichnet: In
der Manege gibt es jetzt keine Wettkämpfe mehr und
die simple Abfolge einzelner Kunststücke gehört
der Vergangenheit an. Das großes Ziel aller renommierten
Zirkusunternehmen ist die Komposition der Darbietungen.
Haltet Eure Töchter fest!
Anders als das fahrende Volk im Mittelalter bringt es
der Zirkus sogar zu gewisser sozialer Anerkennung. Dennoch
haftet an der kleinen Zelt- und Wagenstadt nach wie vor
der Geruch von Abenteuer, Nonkonformismus und großer
weiter Welt. Der damals übliche Spruch "Haltet
Eure Töchter und Handtaschen fest, der Zirkus ist
in der Stadt" beschreibt das Misstrauen, das diesen
wandernden Künstlergruppen auch am Ende des 19. Jahrhunderts
noch entgegengebracht wird.
Aber die Zeit ist trotzdem eine gute für die Zirkusunternehmen,
sie mausern sich zu lukrativen Geschäften. Klassisches
Beispiel ist der berühmte Circus Barum, der im Jahr
2003 sein 125-jähriges Bestehen feiert und damit zu
den Ältesten in Europa zählt. Seine lange Geschichte
beginnt 1878, als der Tierhändler Carl Froese eine
Wandermenagerie mit aus Afrika stammenden Raubkatzen eröffnet.
Karawanen-Menagerie
1899 gründet er in Königsberg einen Tierpark,
zieht aber auch weiterhin mit "Barum´s amerikanischer
Karawanen-Menagerie" durch die Lande. Nach Froeses
Tod 1907 übernimmt seine Tochter den Betrieb, der
auch heute noch zu den erfolgreichsten europäischen
Zirkusunternehmen zählt.
Die Anziehungskraft des Zirkus aufs Publikum ist inzwischen
so groß, dass sogar stationäre Zirkusbauten
errichtet werden können. So baut der Zirkus Sarrasani
1912 in Dresden ein festes Manegengebäude, das erst
der Bombennacht des 13. Februar 1945 zum Opfer fällt.
Wechselvolles Geschick
Die goldenen Jahre des Zirkus enden mit dem Ersten Weltkrieg.
Die nun folgende Zeit ist vom Niedergang gekennzeichnet;
Inflation und Wirtschaftskrisen machen den übers Land
ziehenden Unternehmen zu schaffen und nach 1933 verwehren
ihnen die Nationalsozialisten aus ideologischen Gründen
die Anerkennung. Dem kurzen Aufschwung nach 1945 folgen
dann neue Probleme: Der rasch wachsende Wohlstand bringt
eine zunehmende Zahl von Fernsehgeräten und eine enorme
Reiselust. Es stellt sich die Frage: Kann Zirkus noch Attraktives
bieten, wenn die Menschen die große weite Welt entweder
täglich auf der Mattscheibe sehen oder sogar schon
selbst bereist haben?
Geheimnisvolle Zirkusluft
Die Antwort der Zirkusleute ist schlicht - und überzeugend:
Schnuppert die Zirkusluft! Zirkus ist heute Familienerlebnis,
bietet Artistik vom Feinsten, Tiere zum Anfassen, Clowns,
die einen zum Lachen bringen. Und - natürlich - den
unvermeidlichen Geruch von Sägespänen. Den kann
die sterile abendliche Hochglanz-Fernsehunterhaltung nicht
bieten. Hoffentlich haben die Leute vom Zirkus recht und
viele Menschen erkennen das - bevor das letzte Zirkuszelt
von den Festplätzen und aus unserem Leben verschwunden
ist.
Die Geschichte der Clownerie
Der Clown, so wie wir ihn heute kennen, ist eine relativ
junge Figur. Die Suche
nach den Ursprüngen, den Vorläufern des Clowns
reichen jedoch weit zurück.
Die Antike
In der Antike hatten die komischen Figuren im Theater
eine sehr deutliche
Doppelnatur. Zum einen waren sie Spötter, die sich
mit ihrem Schabernack und
beißendem Spott gegen Obrigkeiten auflehnten, zum
anderen waren sie die
Verspotteten, die wegen ihres entstellten und verkrüppelten Äußeren
verlacht
wurden und oft nicht bei Sinnen waren. Klassischer Repräsentant
ist Hephaistos,
der hinkende Gott, der sich wild und ungehörig gebärdet,
im Grunde jedoch nach
Liebe sucht.
486 v. Chr. wurde die Komödie offiziell anerkannt,
mit all ihrer Respektlosigkeit
gegen Götter und Menschen, deren Schwächen durch
Spott bloßgestellt wurden.
Doch wurde mit der Anerkennung durch die öffentlichen
Personen und
Institutionen der antiken Spötterfigur viel Wind aus
den Segeln genommen.
Die Mimen der Antike bedienten sich vieler Formen und Stilmittel,
die auch bis
heute ihre Gültigkeit haben. Sie gelten als die Vorläufer
der Commedia dell´ Arte,
die in pantomimischen Stegreifspielen alltägliche
Themen durch den Kakao
zogen, gewürzt wurde das ganze dann noch mit Akrobatik
und Artistik.
Die Renaissance und Sebastian Brant
Die Renaissance brachte dann weltverändernde Erkenntnisse
auf allen Gebieten,
religiöse Umwälzungen und die Suche nach einem
neuen Weltbild.
Der "Narr" galt als Bote des Übergangs zum
neuen Menschenbild. Sebastian
Brant (1457 - 1521) gilt als Schöpfer der Narrenidee.
Brant war sehr besorgt
über den sündigen Verfall der Welt, obwohl doch "das
Land voll der heiligen
Schrift war".
1494 wurde sein "Narrenschiff" veröffentlicht,
eine lose Folge von Kapiteln mit
Holzschnitten, die sich bald zu einem "Bestseller" entwickelte.
Es ging ihm um
die Anprangerung aller menschlicher Schwächen, Laster
und Verfehlungen. Er
schrieb als eine Art Morallehre, mit der Absicht die Menschen "zu
Nutz und
heilsamer Lehr, Ermahnung und Erfolgung der Weisheit, Vernunft
und guter
Sitten" zu erziehen.
Seine Narren, das waren die Spieler, Studenten, Gecken,
Seiltänzer,
Kirchenschänder, Wucherer und derlei mehr, die sich
mit dem Narrenschiff auf´s
offene Meer der Unvollkommenheit und der Zügellosigkeit
wagten, und damit
ihrer Vernichtung entgegen gingen.
Typische "närrische" Charakteristika waren
für Brant Sorglosigkeit und
Unbekümmertheit, Zwietrachtstiften, Habsucht, schlechte
Sitten, Borgen,
unnützes Wünschen, Eigensinn, unfolgsame Kranke.
Wolllust, Neid, Hass,
Undankbarkeit, törichtes Tauschen und noch viel mehr.
Brant griff auf das überlieferte Wissen vergangener
Jahrhunderte zurück, das
besagt, daß die Weisheit ein Geschenk Gottes ist
und "Tumbheit und
Töperhaftigkeit" durch die fehlende Erleuchtung
des heiligen Geistes entstehen.
Der Narr im mittelalterlichen Verständnis war als
eine geistesblind
dahindämmernde, gottesverachtende Figur dargestellt.
Sehr deutlich wird dieses
Bild auch in den Gemälden von Hieronymus Bosch.
Ein ähnlich gottloses Bild meiner frühen Kollegen
zeichnete auch Thomas
Murner in seiner "Narrenbeschwörung" (1512),
für den die Narren die Zerstörer
der Weltordnung waren.
Erasmus von Rotterdam
Erst bei dem Humanisten und Augustinermönch Erasmus
von Rotterdamm
(1466 - 1536) wurden meine beruflichen Vorgänger in
ein besseres Licht gerückt.
Er drängte auf Ausgleich und Harmonie und suchte den
Zusammenhang von
Antike und Christentum, von Sokrates und Christus, von
Vernunft und
Menschlichkeit.
Sein "Lob der Torheit" (1511) zeigte eine positive
Sicht der Narrengestalt. Der
Narr verfügte nun über schöpferische Kräfte
und ist Beweger der Phantasie.
Erasmus von Rotterdamm will nicht belehren oder erziehen,
er sieht in der
heilsamen Torheit die wahre Weisheit und in der eingebildeten
Weisheit die wahre
Torheit.
Seine Auffassung war auch kirchenkritisch, denn für
ihn stand der Narr, der Tor
in der Nachfolge Christi. Er war der Träger einer
höheren Weisheit, der
anerkennt, daß die wahre Weisheit allein bei Gott
liegt.
Und damit hat er eigentlich gar nichts Neues erfunden,
sondern nur gründlich in
der Bibel gelesen. Denn Paulus sprach schon: "Wie
einem Toren hört mir zu,
denn ich spreche nicht im Herrn, sondern wie in der Torheit" (2.
Kor. 11, 16 -
17) und "Wir sind Toren um Christi Willen" (1.
Kor. 4,10).
Till Eulenspiegel
Und mit der Figur des Till Eulenspiegel bekam der Narr
eine ganz neue
Facette: er war fortan nicht mehr das personifiziert Laster,
sondern eine
Persönlichkeit, deren Streiche man genußvoll
liest. Till Eulenspiegel bezeichnete
sich selbst als Narren, als Toren und das war auch die
Rolle, die er spielte. Er
sagte unter dem Mantel der Narrheit die Wahrheit.
Von Till Eulenspiegel starkt beeinflußt sind die
weisen Narren bei William
Shakespeare, denn auch dort sind es äußerst
vielschichtige Charaktere, wie zum
Beispiel der Narr in König Lear, der närrische
Spaße macht, während er
bitterlich um seinen König leidet.
Hier kommt auch der Begriff "Clown" ins Spiel,
abgeleitet vom lateinischen
colonus, was soviel wie Bauer oder Landmann bedeutet. Clown
steht dann im
Englischen ursprünglich für Bauer, im umgangssprachlichen
auch für den
ungewollten Tölpel und im übertragenen Sinne
für einen Spaßmacher. Konkret
belegbar mit dem ungewollten Tölpel Malvolio in "Was
ihr wollt" und dem
Spaßmacher Lancelott Gobbo im "Kaumann von Venedig".
Und wenn wir gerade dabei sind: der englische "fool" (altfranzösisch
fol) stammt
aus dem Lateinischen und bedeutet Blasebalg, umgangssprachlich
aber auch
"Windbeutel". Und auch "fool" hat drei
Bedeutungsebenen, im eigentlichen
Wortsinn ist es ein Wahnsinniger, ein Geistesgestörter.
Der "natural fool" wird
aber auch als Idiot und Tölpel gedeutet und der "artificial/domestic
fool"
schließlich ist der berufsmäßige Spaßmacher.
Hofnarren
Doch kommen wir nun zu den Hofnarren. Anfangs - im 12.
Jhd - waren das
nur Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen,
ohne
Bürgerrechte. So schlimm das nun klingen mag, für
die damalige Zeit bedeutete
das ein gesichtertes Einkommen, allerdings war man der
Willkür ausgesetzt.
Bei Shakespeare beginnend entwickelt sich durch die Figur
des Honarren der
Narr als Künstler. Immer öfter fand man Schauspieler
als Hofnarren, die oft vom
Herrscher auch als Ratgeber geschätzt waren. Der Begriff
der Narrenfreiheit
findet hier seinen Ursprung, es war die Freiheit alle zu
duzen, die Wahrheit zu
sagen und vieles mehr. Gleichzeitig war der Narr auch in
einer Opferrolle, denn
er fing die Launen des Königs au, suchte ihn zu erheitern
und war ihm stets zu
Diensten.
Es entwickelte sich eine richtige Zunft der Narren mit
entsprechenden
Zunftzeichen. Die Narrenkappe war ursprünglich eine
Eselsohrenkappe mit
Hahnenkamm (der Esel als der Dumme, der Hahn als der Eitle),
dazu kam das
Narrenzepter, auch Marotte genannt. Diese Marotte trug
oft das Ebenbild des
Narren als Warnung vor Selbstgefälligkeit.
Die Rollen von König und Hofnarr findet man übrigens
heute wieder beim
Weißen Clown und dem Dummen August. Aber dazu später
mehr.
Im Absolutismus unter Ludwig dem XIV. (1643 - 1715) waren
galante höfische
Vergnügungen wie Bälle, Hoftheater und Ballett
mehr gefragt, die Zeit des
Hofnarren war vorbei.
Comedia dell´arte
Gegen Ende des 16. Jhds entstand in Italien die Comedia
dell´ arte.
Berufskomödianten spielten Stegreifkomödien mit
festgelegten Rollen, mit
typischen Figuren, in denen die Zuschauer sich selbst entdecken
konnten. Da war
der eifrige Diener, der lächerliche Alte, der Aufschneider
und das junge
Liebespaar und jeder Figur trat mit einem spezifischen
Dialekt auf.
Arlecchino mit seinem Witz, darf hier als der erste direkte
Vorläufer des Clowns
gelten, birgt doch jeder Arlecchino alle vorhergehenden
Arlecchinos in sich, mit
alle ihren Sprüchen, ihrer Erfahrung und ihrer Weisheit.
Das Spiel folgte immer bestimmten, sich wiederholenden
Mustern, die den
Rahmen für Improvisationen gaben. Kurze Pauseneinlagen
- "Lazzi" genannt,
gaben die Möglichkeit, den weiteren Handlungsverlauf
spontan neu zu
bestimmen. Typische Lazzi waren z.B. der Kampf mit einer
(unsichtbaren) Fliege,
Tortenschlachten, Einseifen und Rasieren und wurden später
zu
Clownsnummern.
Übrigens nahmen die Schauspieler in ihren Lazzi gerne
auch lokale Obrigkeiten
aufs Korn, und könnten somit als die ersten Kabarettisten
gelten.
Molière und Goldoni gelten als schriftstellerische
Erben der Comedia dell´ arte,
durch die literarische Festlegung entfielen jedoch alle
Improvisationen.
Harlekin, Pulcinella und Pierrot
Im Laufe der Zeit entwickelten sich zwei Figuren, Harlekin
und Pulcinella.
Pulcinella war eine Dienerfigur, faul, in weiße Gewänder
gekleidet, daraus
entstand später der Pierrot. Harlekin war der Einfache,
der Dumme, wurde mit
der Entwicklung der Figuren zum Hanswurst. Beide boten
genügend
Identifikationsmöglichkeiten für Jedermann in
Szenen die direkt aus dem Alltag
der Zuschauer gegriffen waren.
Der Hanswurst wurde zur Theaterfigur, von Schauspielern
aufgegriffen, von
Schriftstellern verarbeitet (Stranitzky, Lessing, ...).
Die reinen Toren, die Dummen im Märchen könne
auch als Vorläufer des
Clowns betrachtet werden. Verachtet, ausgelacht, verprügelt
und beschimpft,
waren sie von kindlichem Gemüte, treuherzig und wahrhaftig
frei von Egoismus
und Hochmut - dabei immer offen für höhere Weisheit.
So hieß es im
Simplizissimus " .... hat nichts als edle Unschuld
und Einfalt." Literarisch
verarbeitet in vielen berühmten Werken: Dostojewskis "Idiot", "der
kleine Prinz"
oder Kaspar Hauser um nur einige zu nennen.
Der Zirkus
Der Zirkus in seiner heutigen Form existierte zur Zeit
Kaspar Hausers (1812 -
1833) noch nicht, jedoch entsanden die ersten fahrenden
Menagerien, die seltene
Tiere und menschliche Abnormitäten ausstellen. Die
dort präsentierten "natural
fools" und "freaks" sind später dann
vor allem in den Sideshows der
amerikanischen Zirkusse traditionsreich geworden.
Diese Zuschaustellung sollte aus heutiger Sicht aber nicht
nur negativ gewertet
werden, denn für viele "freaks" bedeutete
das ein Auskommen.
Viele mittlerweile arbeitslos gewordene Narren, Gaukler,
Schelme, Harlekine und
Hanswurste fanden bei diesen fahrenden Gruppen eine neue
Heimat.
Schon seit ca. 1750 führten Kunstreiter akrobatische
Kunststücke vor. Sie gaben
Gastspiele und bauten Manegen und Amphitheater. Philip
Astley in London ließ
sogar ein Theater mit Bühne und Manege bauen, in dem
sich vor allem die
gehobene Bürgerschaft unterhalten ließ. Astleys
Richtung mündete mehr in
Militaryreiterei, während der spätere Zirkus
mehr aus den spanischen
Hofreitschulen und italienischen Rferdeballetten hervorging.
Cirque Olympique
Doch zurück zum Clown. Die Nationalversammlung in
Paris erließ 1791 ein
Dekret, das jedem Bürger erlaubte ein Theater zu gründen.
So entsstanden viele
Theater, auch Astley ließ in Paris "Astleys
Amphitheater" bauen. In der Wirren
der frz. Revolution mußte er aber Paris verlassen
und mit dem Bürger Antoine
Franconi übernahm der Gründer einer der berühmtesten
Zirkusdynastien das
Amphitheater.
Napleon - selbst Theaterliebhaber - erließ 1806 ein
Dekret, das die Anzahl der
Theater limitierte und jedem Theater ein ganz bestimmtes
Genre zuwies.
Franconis Cirque Olympique durfte Mimodramen zeigen, Reiterdressuren
und
Dressurakte sowie Geschicklichkeits- und Kraftakte.
Die Spectcles de la Curiosité durften in nichts
an die dramatischen Theater
erinnern, sie zeigten Marionetten, Automaten, Panoramen
und Schattenspiele
ebenso wie Akrobatik und Seiltanz.
Im Théatre de la Gaieté spielte man Farcen
und Harlekinaden während im
1813 eröffneten Spectacle des Funambules ausschließlich
Geschicklichkeitsspiele (Jonglieren), Springernummern und
Seiltanz gezeigt
werden durften. 1815 erhielt das Funambules jedoch die
Erlaubnis für
Harlekinpantomimen ohne jedes gesprochene Wort.
Jean Babtiste Debureau
Im Funambules debütierte 1816 der erste große
Vorläufer des Clowns - Jean
Babtiste Debureau - mit seiner Pantomime "Der Arzt".
Mit seinem losen weißen Kittel mit langen weißen
Armeln, den weiten weißen
Hosen, der schwarzen Kappe und dem schneeweisen Gesicht
erschuf er den
unvergessenen französischen Pierrot, ganz ohne die
Dummheit und die
Plumbheit der italienischen und englischen Vorgänger.
Debureau wurde berühmt, faszinierte auch Literaten
und Künstler und der
faszinierende Film "Die Kinder des Olymp" setzte
ihm ein würdiges Denkmal.
Die Zirkusse des 19. Jhds. zeigten immer gigantischere
Inszenierungen und der
"Clown" fand jetzt überall zutritt.
Joe Grimaldi (1799 bis 1837) erreichte seine Wirkung vor
allem durch
schauspielerische Techniken, war also noch kein "richtiger
Clown" trotzdem wird
ihm zum Gedenken in London jedes Jahr zu Ostern ein Clowngottesdienst
abgehalten.
1835 erstrahlte im Olympique ein neuer Stern: Auriol (1806
- 1881). Er trat in
einem modernisierten Narrengewand auf, mit Schellenkappe
und ungeschminkt.
Er war Springer, Jongleur, Äqulibrist, Seiltänzer,
Reiter und Komiker zugleich.
Er trat später auch im deutschen Zirkus Renz auf,
berühmt ist heute noch sein
Flaschenkunststück:
Auf einem Tablett mit Flaschen tanzte er Polka, warf eine
Flasche nach der
anderen um und stand schließlich auf Zehenspitzen
auf der letzten Flasche.
August und Weißclown
Von nun an ging es schnell mit der Entwicklung des Clowns.
Im Zirkus Renz
berühmt geworden ist Tom Belling (1843 - 1900).
Im väterliche Zirkus arbeitete er als Voltigeur, Parterrespringer,
Drahtseilkünstler,
Jongleur, Taschenspieler, Schulreiter, Violinvirtuose und
Glasharmonikaspieler,
kam dann durch einen Zufall zum Zirkus Renz und fiel dort
grandios durch und
entwickelte damit die Figur des Dummen August. In der Folgezeit
trat der
dumme August immer mit einer anderen Figur zusammen auf:
mit dem
Weißclown.
Zuerst spielten sie nur Reprisen der Nummern, karikierten
das Gesehene und
durften andere bis hinauf zum Direktor parodieren.
(Wer diesem Artikel bisher aufmerksam gelesen hat, der
wird jetzt ausrufen: Wie
in der Commedia dell arte ! ... ;o) ... ).
Dann entstand aber immer deutlicher das Entrée als
eigenständige Nummer.
Auch die Kostüme wurden klarer:
DerWeißclown elegant in einem Kostüm aus Samt
und Seide, Pumphose bis zu
den Knien, Seidenstrümpfe, elegante Schuhe, Gesicht
und Hals weiß, Mund und
Ohren rot mit schwarzen Strichen als Augenbrauen.
Der August hatte zu große Kittel, die entweder schlecht
geschnitten waren, zu
groß oder zu weit, unförmige Hosen (geflickt)
und viel zu große Schuhe.
Der echte Zirkusclown war erschaffen, aus den Zirkus und
seiner Struktur
heraus gewachsen.
Federico Fellini
Federico Fellini hat einige sehr schöne Gedanken über
das Verhältnis von
Weißclown und August formuliert, die ich Ihnen an
dieser Stelle nicht
vorenthalten möchte.
"Wenn ich Clown sage, denke ich an den August; freilich
sind da die beiden
Figuren: der weiße Clown und der August. Der erste
ist Eleganz, Grazie
und Intelligenz, Klarheit - alles, was sich moralisch als
ideale, einziggültige
Lage, als indiskutierbare Gottheit anbietet.
Und da erscheint der negative Aspekt dieser Angelegenheit.
Denn so wird
der weiße Clown zur Mama, zum Papa, dem Meister,
dem Künstler, dem
Schönen, kurz, zu dem, was man tun sollte. Der August
der von dieser
Perfektion fasziniert wäre, wenn sie nicht so deutlich
zur Schau getragen
würde, der revoltiert. Er sieht, daß der Flitter
leuchtet, doch macht die
Aufgeblasenheit, mit der er sich darstellt, den weißen
Clown unerreichbar.
August ist das Kind, das unter sich kackt, er rebelliert
gegen diese
Perfektion, besäuft sich, wälzt sich auf dem
Boden und belebt daher den
ständigen Widerspruch. Es ist der Kampf zwischen dem
stolzen Kult der
Vernunft, der zum anmaßenden Kult des Ästhetizismus
wird, und dem
Instinkt, der Freiheit des Triebes.
Der weiße Clown und der August - es sind Lehrerin
und Kind, Mutter und
Lausbub, man könnte auch sagen: der Engel mit dem
feurigen Schwert und
der Sünder.
Es sind die beiden Haltungen des Menschen, der Drang nach
oben und der
Drang nach unten, getrennt, geschieden.
Der Film (Die Clowns) endet so: die beiden Gestalten kommen
einander
entgegen und gehen miteinander von dannen. Warum rührt
diese Situation?
Weil diese beiden Gestalten einen Mythos verkörpern,
den wir alle in uns
tragen. Versöhnung der Gegensätze, die Einheit
des Seins.
Was im steten Krieg zwischen dem weißen Clown und
dem August
schmerzt, hat nichts mit der Musik und dergleichen zu tun,
es ist unsere
Unfähigkeit, die beiden zu versöhnen. Denn je
mehr du den August nötigen
willst, diese Geige zu spielen, desto schrillere Trompetentöne
läßt er hören.
Auch verlangt der weiße Clown. daß der August
elegant sei. Der wird aber
umso verlumpter, unbeholfener, staubbedeckter, je autoritärer
das Gegenteil
verlangt wird.
Er ist das vollkommene Sinnbild einer Erziehung, die das
Leben
idealisierend und abstrakt anbietet. Doch sagt Lao Tse:
wenn du dir einen
Gedanken machst (der weiße Clown), so lache darüber
(der August). So ist
der weiße Clown der Bourgeois, auch weil er mit seiner
Persönlichkeit so
erscheinen will, daß er Eindruck macht. Schon im
Anblick ist er wunderbar,
reich, mächtig, das Antlitzweiß, gespenstisch,
der Mund durch einzigen
Strich gezeichnet, hart, unsympathisch, abweisend, kalt.
Die weißen Clowns
wetteifern stets, wer das prunkvollste Gewand trägt
(Krieg der Kostüme).
Berühmt war Theodor, der für jeden Tag des Jahres
ein anderes Kostüm
besaß. Der August ist im Gegenteil auf einen einzigen
Typus fixiert, der sich
weder wandelt noch Kostüme wechselt.
Die bürgerliche Familie ist eine Versammlung von weißen
Clowns, worin
das Kind in die Lage des August gedrängt ist. Die
Mutter sagt: »Tu dies
nicht, tu jenes nicht.« Wenn man die Nachbarn einlädt
und das Kind ein
Gedicht aufsagen muß (»zeig den Herrschaften,
was du kannst«), dann hat
man eine typische Zirkussituation."
Soweit Federico Fellini. Wichtig für das richtige
Verständnis dieser Zirkusclowns
erscheint mir die Unterscheidung zwischen Theater und Zirkus.
Während im Theater alles nur Theater ist, gibt es
im Zirkus echte Gefahr. Dem
Zuschauer stockte der Atem, deshalb gab es als Ausgleich
die Clowns zum
ausatmen und entspannen.
Dies war schon immer eine wichtige Funktion der Clowns.
Ohne autonomen
künstlerischen Anspruch mußte der Clown seine
Aufgabe erfüllen, und so wurde
er auch nicht nach Metier sondern nach Funktion eingeteilt:
- Teppich - oder Massenclowns (in der Anfangszeit am Häufigsten)
- Reprisenclowns (mit Sprechstallmeister als Stichwortgeber
)
- Entréeclowns (abgeschlossene Nummern)
- Exzentrikclowns (Stars mit eigenen Nummern und Programmen
ohne Bezug
zum Zirkusprogramm)
Nach der Jahrhundertwende nahm die Zahl der Zirkusse in
Europa stark zu.
Gefragt waren weniger Massennummern dafür mehr Einzelnummern,
spezialisiert mit Höchstleistungen.
Nach dem ersten Weltkrieg gab es außer Zirkus Krone
/ München nur noch
fahrende Zirkusse.
Dort hat sich der Clown im Laufe der Zeit zu einer eigenständigen
Figur
entwickelt.
Rivel, Grock, Popov, ...
Ganz berühmt war Grock (Adrian Wettach 1880 - 1959)
dessen Nummer mit
Stuhl und Geige noch heute als "nit möööööglich" in
Erinnerung ist.
"Akrobat schööön" Charlie Rivel
(1896 - 1987) und die berühmten Fratellini
(ca. 1877 - 1961) standen Grock in nichts nach.
Oleg Popov (geb. 1930) wurde wie Tom Belling durch Zufall
zum Clown. Sein
Stern begann zu leuchten, als er den Pausenclown vertreten
mußte.
Ich selbst hatte die Ehre und das Vergnügen, ihn mehrmals
live zu sehen und
war von seiner Ausstrahlung tief beeindruckt.
Viele große Clowns und Clowninnen kann man heute
in Theatern und auf
Bühnen bewundern. Es gibt viele, die man einfach gesehen
haben muß: Dimitri,
Gardi Hutter, Avner Eisenberg, Peter Shup, Eric Boo, und
Antoschka.
Von Stefan Schlenker: Clownerie und Kleinkunst
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